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L´Impression soleil levant

November 2009 | Musikschule JohannSebastian Bach | Leipzig

Dieses Projekt war ein Konzert-Theater-Stück von Mathias Bega, dem Fachbereichsleiter für Musiktheater an der Musikschule Leipzig, den ich bei einer früheren Produktion als Schauspieler kennen gelernt habe. Es ist eine Art Collage aus Musik, Schauspiel, Tanz und Bildender Kunst im Lichte des französischen Impressionismus. Es wurden verschiedene kleine Geschichten erzählt, die nicht zwingend zusammen hängen mussten aber doch einen Gesamtbogen schlossen. Das Kammerensemble (Flöte, Klarinette, Streichquartett und Harfe) war gesetzt, ebenso der Chor und das Klavier, das aber hauptsächlich in der Handlung vor kam und auf der Bühne stand. Das Ensemble und der Chor waren hinter dem Publikum beziehungsweise im Raum verteilt aufgestellt.
Es gab verschiedene Stücke von Ravel, Fauré, Hahn und Débussy. Meine Aufgabe bestand darin, in einem solchen Stil die Eckpunkte (Beginn, Beginn-Pause, Ende-Pause, Ende) zu komponieren. So zu sagen als Nahtstellen zwischen dem Impressionismus und der heutigen Zeit. Hinzu kamen einige Arrangements für das Ensemble von bestehenden Stücken. Ein Beispiel: Ein todkranker Junge spielte die Gymnopédie No. 1 von Satie. Nach der Hälfte schreit er auf und wird von seinem Freund ins Bett getragen, wo er dann stirbt. Währenddessen setzt sich das Stück vom Chor, dem Cello und der Flöte vorgetragen, fort.
„Der Prolog“: Es beginnt mit dem Zuschlagen der Türen. Der Flötist bewegt sich beim Spielen im Raum, während der Chor flüstert. Er erreicht das Ensemble und die Streicher setzen mit einer nebligen Fläche ein. Die Terz der Harfe weißt schon auf das Ende hin; Das ganze Stück schließt mit Debussys Claire de lune. Die Motive der Flöte entwickeln sich zu größeren Bögen und es kommt Bewegung in den Streicher Satz, während der Chor immer lauter wird. Schließlich kommt es zu einem großen „Wirbel“ und das Schauspiel beginnt.
„Die Frau in Schwarz“: Die personifizierte Blindheit, in Schwarz gehüllt, tritt auf und bringt einer Protagonistin einen Brief und die Nachricht, endgültig erblinden zu müssen. Der ganze Auftritt sollte absurd und gespenstisch wirken. Die ganze Bühne war in grünes Licht getaucht und die Musik sollte eher abstrakt und nicht mehr unbedingt impressionistisch sein. Dennoch gibt es hier einige Bezüge zu anderen Stücken. Die Flötenstimme zum Beispiel erinnert an den, wie im Traum verzerrten, Beginn des Prologs und die „Totenglocke“ in der Harfe zieht sich durch viele der Stücke, die ich für dieses Projekt geschrieben habe.
Insgesamt hat dieses Projekt vom ersten Entwurf bis zur Premiere eineinhalb Jahre gebraucht. Spannend war, dass sich sowohl bei den Musikern als auch bei Schauspielern und Tänzern die Spanne von Laien bis zu Profis, von Kindern bis zu älteren Herrschaften (zwei Schauspielerinnen waren über achtzig) erstreckte und es trotzdem keine Brüche gab. Ein sehr berührendes Gesamtkonzept von Mathias Bega.

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