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Richard III

März 2010 | Theater Jugend Hamburg

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“Richard III”, in der Fassung von Niklas Heinecke, war für mich ein ganz besonderes Projekt: Gespielt wurde das Stück von der Theater-Jugend Hamburg, also von 35 Schülerinnen und Schülern. Im Sommer 2009 war ich als Dozent für Komposition und Sound-Design mit den Jugendlichen in Norditalien. Dort entstand mit anderen Dozenten aus dem professionellen Theater das Fundament der Inszenierung, die schließlich am 26. März 2010 in Hamburg Premiere hatte. Es war eine unglaubliche Erfahrung mit den Jugendlichen zu arbeiten und ihre Energie zu erleben. Ich habe zusammen mit Sprech-Coaches Text-Passagen für Collagen aufgenommen und mit einzelnen musikalisch besonders interessierten Jugendlichen Grundthemen für die Bühnenmusik geschrieben. Der Rest der Musik entstand dann in Zürich.

Passend zum Shakespear-Stoff verwendete ich monumentale, orchestrale Elemente, die ich mit modernen Klängen mische. So trage ich der Neubearbeitung und vor allem den Jugendlichen Rechnung. Die Idee der Inszenierung ist es die Geschichte zu verallgemeinern. “Es ist egal wo und wie..es gibt immer Menschen, die Macht missbrauchen und Unheil säen. Ob sie Richard heißen, Hitler oder wie auch immer ist eigentlich egal.” Es geht also grundsätzlich um Gewalt und faschistische Gedanken. Also habe ich versucht diese Brutalität durch die Musik auszudrücken. Ich habe recht harte Synthesizer, Indusrtial-Beats und stark verzerrte E-Gitarren verwendet. Außerdem habe ich Geräusche, Stimmen (der Jugendlichen und historische Aufnahmen), sowie kurze Sequenzen von Industrial-Bands hinzugefügt.

Das repetitive Element von Marsch-Rhythmen und den unerbittlichen elektronischen Rhythmen versinnbildlicht den Vormarsch der Gewalt in all seiner Absurdität und Härte (der Idee nach ähnlich wie in Schostakovitsch´s Leningrader Sinfonie).
Mein Tonbeispiel ist die Krönungs-Szene. Hier habe ich alles auseinander brechen lassen. Der Beat hinkt, so wie Richard, die Synthesizer kreischen die Orchester-Melodien falsch mit und doch ist der “Marsch” nicht aufzuhalten. Hier habe ich als letztes Steigerungsmittel Fragmente der Göbbels-Rede aus dem Sportpalast (“Wollt ihr den totalen Krieg?”) stark verfremdet eingefügt. Auf der Bühne war die Szene der Jugendlichen dann ein unglaublich starkes Statement und einer der stärksten Theater-Momente, den ich bisher erleben durfte.

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